
eine schon etwas veraltete Dokumentation - Zu 8 Themenbereichen stellte Hofer jeweils Dokumente zusammen. Eine solche Zusammenstellung ist praktisch für den Leser, denn er begegnet hier mit geringem Aufwand einzelnen Quellen im Originaltext. Seit der ursprünglichen Ausgabe von 1957 scheint das Buch nicht mehr überarbeitet worden zu sein (ich habe den Nachdruck von 1992). Die einzelnen Erläuterungen Hofers entsprechen somit nicht mehr dem gegenwärtigen Forschungsstand, und natürlich könnte die Auswahl durch manches seither Entdeckte ergänzt werden. So wäre etwa beim Bereich „Nationalsozialismus und Christentum auf den NS-kritischen Baptistenpastor Arnold Köster hinzuweisen, als einem seltenen Beispiel eines mutigen Predigers, der bewahrt blieb.Hofers Urteile in seinen den Dokumenten vorangestellten Erläuterungen klingen pointiert, etwa wenn in seinen Worten Martin Bormann „der schärfste Antichrist unter den Führern des Regimes war (S.125). Meiner Meinung nach sind manche Urteile einseitig, so überschätzte Hofer den kirchlichen Widerstand, in Ausmaß und Intensität. Denn er schreibt: „Ganz folgerichtig steigerte sich der kirchliche Widerstand so zum politischen Widerstand. Der Kampf um kirchliche und religiöse Rechte wurde mit innerer Notwendigkeit zum Kampf um Menschenrechte schlechthin. (S.126)